Thermoplastische Elastomere (TPE) Spritzguss bei Mythentec
auf höchstem Niveau
Thermoplastische Elastomere werden im Spritzguss eingesetzt, wenn Kunststoffteile elastische, flexible oder griffige Eigenschaften erfüllen sollen und gleichzeitig eine wirtschaftliche Serienfertigung erforderlich ist. Im TPE-Spritzguss entstehen Bauteile, die gummiähnliches Verhalten mit der Verarbeitbarkeit thermoplastischer Kunststoffe verbinden.
Mythentec begleitet Projekte von der Werkstoffauswahl über die kunststoffgerechte Bauteilauslegung bis zur dokumentierten Serienfertigung. Dabei stehen nicht nur die Materialeigenschaften im Vordergrund, sondern auch Werkzeugkonzept, Prozessführung, Masshaltigkeit, Oberflächenqualität und die spätere Funktion des Bauteils in der Anwendung.
LEISTUNGS PROFIL
- 15 Spritzgiessmaschinen
- Ein- und Zweikomponententechnologie
- Schliesskraft von 50t bis 420t
- Teilegewicht von 0.01gr bis 1kg
- Vollautomatisiert mit 3-Achs und 6-Achs Robotern
- Digitalisiert durch Leitrechnersystem:
– IST-Parameteraufzeichnung
– Chargenrückverfolgung
– Planung und Monitoring - Produktion im Reinraum Klasse ISO 7 und ISO 8 nach EN ISO 14644
- Qualifizierte Spritzgussmaschinen und validierte Prozesse
- Verarbeitung von Hochleistungskunststoffen
- Verarbeiten von umweltfreundlichen «Kunststoffen»
- Werkzeuglager in eigenem Brandabschnitt


Werkstoffprofil: TPE im Spritzguss
Thermoplastische Elastomere, kurz TPE, bilden eine Werkstoffgruppe mit elastischen Eigenschaften und thermoplastischem Verarbeitungsverhalten. Das bedeutet: TPE kann bei Erwärmung aufgeschmolzen, im Spritzguss verarbeitet und nach dem Abkühlen formstabil genutzt werden. Gleichzeitig weist der Werkstoff je nach Type ein flexibles, weiches oder gummielastisches Verhalten auf.
Für technische Kunststoffteile ist diese Kombination besonders interessant. TPE ermöglicht Dichtfunktionen, Soft-Touch-Bereiche, flexible Verbindungselemente, rutschhemmende Oberflächen oder elastische Funktionszonen, ohne dass dafür klassische Elastomerprozesse mit Vulkanisation erforderlich sind. Dadurch lassen sich viele Bauteile wirtschaftlich im Spritzguss herstellen und bei geeigneter Auslegung in stabile Serienprozesse überführen.
TPE ist jedoch kein einzelner Werkstoff, sondern eine Materialfamilie. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Typen und Compounds zum Einsatz, zum Beispiel TPE-S, TPE-O, TPE-V, TPE-E, TPE-U beziehungsweise TPU oder TPE-A. Sie unterscheiden sich unter anderem in Härte, Rückstellverhalten, Temperaturbeständigkeit, Medienbeständigkeit, Abriebverhalten, Haptik und Haftung zu anderen Kunststoffen.
Die Auswahl des geeigneten Materials hängt deshalb immer von der konkreten Anwendung ab. Entscheidend sind unter anderem die geforderte Shore-Härte, die mechanische Belastung, der Kontakt mit Medien, die Bauteilgeometrie, regulatorische Anforderungen sowie die Frage, ob das TPE als eigenständiges Bauteil oder in einer Hart-Weich-Verbindung eingesetzt wird.

TPE-Verarbeitung im Spritzguss
Zwar lassen sich thermoplastische Elastomere grundsätzlich auf Spritzgiessanlagen für Thermoplaste verarbeiten, das Materialverhalten unterscheidet sich jedoch deutlich von vielen starren Kunststoffen.
TPE reagiert sensibel auf Faktoren wie Schmelzetemperatur, Werkzeugtemperatur, Einspritzgeschwindigkeit, Nachdruck, Entformungstemperatur und Verweilzeit. Auch die Fliesswege, Wandstärken und die Lage des Anspritzpunktes beeinflussen, ob ein Bauteil zuverlässig gefüllt wird und die gewünschte Funktion erreicht. Besonders bei weichen Materialien oder filigranen Geometrien ist eine kontrollierte Prozessführung wichtig, um Gratbildung, Verzug, Lufteinschlüsse oder ungleichmässige Oberflächen zu vermeiden.
Mythentec fertigt technische Kunststoffteile im Spritzgiessen mit Fokus auf reproduzierbare Ergebnisse. Für TPE-Bauteile bedeutet das: Die Prozessparameter werden passend zum Werkstoff und zur Bauteilfunktion ausgelegt, dokumentiert und für die spätere Serienfertigung abgesichert.
1K- und 2K-Spritzgiessen mit TPE
TPE kann im 1K-Spritzguss als eigenständiges elastisches Bauteil verarbeitet werden. Typische Beispiele sind Dichtelemente, Schutzkomponenten, flexible Abdeckungen, rutschhemmende Elemente oder technische Formteile mit elastischer Funktion.
Besonders häufig wird TPE jedoch auch im 2K-Spritzgiessen eingesetzt. Dabei wird eine weiche TPE-Komponente mit einem härteren Kunststoff kombiniert. So entstehen Hart-Weich-Bauteile, bei denen mehrere Funktionen in einem Bauteil integriert werden können. Beispiele sind Griffe mit Soft-Touch-Oberfläche, Gehäuse mit integrierter Dichtung, flexible Funktionsbereiche oder Bauteile mit rutschhemmenden Kontaktflächen.
Für eine stabile Hart-Weich-Verbindung müssen Werkstoffe, Werkzeugkonzept und Prozessführung exakt aufeinander abgestimmt sein. Nicht jedes TPE haftet zuverlässig auf jedem Hartkunststoff. Die Materialkombination muss daher passend zur Anwendung geprüft werden. Neben der chemischen Kompatibilität spielen auch Oberflächenbeschaffenheit, Temperaturführung, Umspritzgeometrie und mechanische Verankerung eine wichtige Rolle.
Prozessparameter, Materialverhalten und Serienkonstanz
Bereits kleine Abweichungen im Prozess können Einfluss auf Härtegefühl, Oberfläche, Masshaltigkeit oder Dichtfunktion haben. Deshalb müssen Materialverhalten und Prozessfenster früh verstanden und sauber dokumentiert werden.
Besonders wichtig sind eine gleichmässige Plastifizierung, geeignete Temperaturen, eine kontrollierte Werkzeugfüllung und eine sichere Entformung. Je nach Bauteil kann auch das Schwindungsverhalten des Materials relevant sein. TPE weist abhängig von Type, Härte, Füllstoffen und Bauteilgeometrie unterschiedliche Schwindungswerte auf. Diese müssen bei der Werkzeugauslegung und Bemusterung berücksichtigt werden.
Bauteildesign für TPE-Spritzguss
Thermoplastische Elastomere verhalten sich im Spritzguss anders als harte Thermoplaste. Sie können sich beim Entformen stärker verformen, reagieren sensibel auf Wandstärkensprünge und stellen besondere Anforderungen an Fliesswege, Anspritzung, Werkzeugtrennung und Auswerferkonzept. Deshalb sollte bereits in der Entwicklung geprüft werden, welche Funktion das TPE im Bauteil übernehmen soll.
Geht es um eine Dichtung, eine weiche Griffzone, eine flexible Verbindung, eine Dämpfungsfunktion oder eine rutschhemmende Oberfläche? Je klarer die spätere Funktion definiert ist, desto gezielter lassen sich Shore-Härte, Geometrie, Materialauswahl und Werkzeugkonzept festlegen.
Besonders wichtig sind dabei:
- gleichmässige Wandstärken und geeignete Radien, um ungleichmässige Abkühlung, Einfallstellen oder Verzug zu reduzieren
- ausreichende Entformungsschrägen und durchdachte Trennebenen, damit weiche TPE-Bereiche beim Auswerfen nicht beschädigt werden
- eine geeignete Auslegung von Dichtlippen, Membranen oder flexiblen Laschen, damit diese Funktionsbereiche während der Entformung nicht überlastet werden
- eine saubere Abstimmung von Hart- und Weichkomponente bei 2K-Bauteilen, insbesondere mit Blick auf Haftung, Umspritzgeometrie und mechanische Verankerung
- eine Positionierung der TPE-Komponente, die eine sichere Werkzeugfüllung ermöglicht und kritische Bindenähte, Schwindung oder ungleichmässige Materialverteilung vermeidet
Bei Hart-Weich-Verbindungen kann die Haftung je nach Materialkombination chemisch, mechanisch oder durch eine Kombination beider Prinzipien entstehen. Nicht jedes TPE verbindet sich zuverlässig mit jedem Hartkunststoff. Deshalb müssen Materialkompatibilität, Bauteilgeometrie und Prozessführung früh aufeinander abgestimmt werden.
Werkzeugkonzept für TPE-Bauteile
Für elastische Materialien müssen Anspritzung, Entlüftung, Temperierung, Trennebenen und Entformung besonders sorgfältig geplant werden. Ziel ist eine gleichmässige Füllung, eine stabile Abkühlung und eine sichere Entformung ohne Beschädigung der Funktionsbereiche.
Bei TPE kann die Entlüftung besonders relevant sein, weil eingeschlossene Luft zu Brandstellen, unvollständiger Füllung oder Oberflächenfehlern führen kann. Auch die Trennebene muss so ausgelegt werden, dass Gratbildung minimiert wird. Das ist vor allem bei Dichtflächen, Sichtbereichen oder Bauteilen mit engen Toleranzen wichtig.
Im 2K-Spritzgiessen kommen weitere Anforderungen hinzu. Das Werkzeug muss die Hart- und Weichkomponente präzise zusammenführen. Je nach Bauteil können Dreh-, Index-, Umlege- oder Einlegetechnologien eingesetzt werden. Wichtig ist, dass die erste Komponente die zweite Komponente prozesssicher aufnehmen kann und die Haftzone reproduzierbar entsteht.
Mythentec betrachtet das Werkzeug nicht als isoliertes Fertigungsmittel, sondern als Teil des gesamten Produktionskonzepts. Werkstoff, Bauteildesign, Werkzeugtechnik und Serienprozess werden so aufeinander abgestimmt, dass technische Anforderungen, Qualität und Wirtschaftlichkeit zusammenpassen.
Oberflächen und Nachbearbeitung
TPE-Bauteile werden häufig dort eingesetzt, wo Oberfläche und Haptik eine funktionale Bedeutung haben. Die Oberfläche kann rutschhemmend, weich, griffig, matt, strukturiert oder angenehm berührbar sein. Gleichzeitig können technische Anforderungen wie Dichtwirkung, Reinigbarkeit, Abriebverhalten oder optische Gleichmässigkeit relevant sein.
Die gewünschte Oberfläche entsteht zu einem grossen Teil bereits über Werkstoffauswahl, Werkzeugoberfläche und Prozessführung. Strukturierte Werkzeugbereiche können die Haptik beeinflussen, während glatte oder definierte Oberflächen für Dichtflächen und Kontaktbereiche wichtig sind. Auch die Wahl des TPE-Compounds spielt eine Rolle, da Härte, Oberflächengefühl und Reibungsverhalten stark materialabhängig sind.
Je nach Projekt können nachgelagerte Arbeitsschritte erforderlich sein. Dazu gehören zum Beispiel Montage, Verpackung, Kennzeichnung oder weitere Bearbeitungsschritte innerhalb der Baugruppe.
Anwendungen und Branchen für TPE-Spritzguss
Im TPE-Spritzguss entstehen häufig technische Serienbauteile, bei denen neben der Geometrie auch Anforderungen an Haptik, Dichtfunktion, Rückstellverhalten, Haftung und Prozessstabilität berücksichtigt werden.
Typische Anwendungsfelder sind unter anderem:
- Maschinenbau
Dichtelemente, Schutzkappen, flexible Abdeckungen, Dämpfungselemente oder rutschhemmende Komponenten, bei denen Elastizität und technische Funktion im Vordergrund stehen. - Elektrotechnik und Elektronik
Gehäusebereiche mit Soft-Touch-Funktion, Kabeldurchführungen, flexible Schutzbereiche, Dichtelemente oder Bedienelemente innerhalb elektronischer Baugruppen. - Automatisierungstechnik
Flexible Schnittstellen, Schutzkomponenten, Griffbereiche, Dichtungen oder elastische Funktionszonen innerhalb automatisierter Anlagen und technischer Systeme. - Medizintechnik
Technische Kunststoffkomponenten, Dichtelemente, flexible Bauteilbereiche oder Bedienelemente für Geräte und Systeme, bei denen reproduzierbare Fertigungsprozesse, dokumentierte Parameter und geeignete Fertigungsbedingungen erforderlich sind. - Industrie- und Konsumprodukte
Griffe, Gehäuseelemente, rutschhemmende Auflagen, Schutzkomponenten oder funktionale Soft-Touch-Bereiche, bei denen Haptik, Design und technische Funktion zusammengeführt werden.
Die konkrete Materialwahl hängt stets von den Anforderungen der jeweiligen Anwendung ab. Faktoren wie Shore-Härte, Rückstellverhalten, Temperaturbereich, Medienbeständigkeit, Oberflächenhaptik, Haftung zu Hartkunststoffen und Anforderungen an Masshaltigkeit beeinflussen die Entscheidung für den geeigneten TPE-Typ oder ein entsprechendes Compound. Bei Bedarf kann Mythentec auch Anforderungen aus regulierten Branchen berücksichtigen, etwa im Bereich Medtech.

Projektablauf bei Mythentec
- Anfrage und technische Klärung
In der Anfragephase werden die grundlegenden Anforderungen an das Bauteil erfasst. Dazu gehören technische Zeichnungen oder 3D-Daten, funktionale Anforderungen, geplante Stückzahlen sowie Rahmenbedingungen der Anwendung. Bei TPE-Bauteilen werden ausserdem Anforderungen an Shore-Härte, Elastizität, Haptik, Dichtfunktion, Medienkontakt und mögliche Hart-Weich-Verbindungen berücksichtigt. Auch Anforderungen an Dokumentation oder spezielle Fertigungsbedingungen fliessen in die erste technische Bewertung ein. - Werkstoff- und Prozesskonzept
Auf Basis der Anforderungen wird der geeignete TPE-Typ oder ein passendes Compound festgelegt. Je nach Anwendung können unterschiedliche Härtegrade, Materialfamilien oder haftungsoptimierte Varianten relevant sein. Die Materialauswahl erfolgt unter Berücksichtigung von Rückstellverhalten, mechanischer Belastung, Temperaturbereich, Medienbeständigkeit, Oberflächenhaptik und regulatorischen Anforderungen. Parallel dazu wird ein erstes Konzept für den Spritzgussprozess entwickelt. - Bauteil- und Werkzeugabstimmung
In dieser Phase erfolgt die Abstimmung zwischen Bauteilkonstruktion und Werkzeugkonzept. Ziel ist eine kunststoffgerechte Auslegung des Bauteils sowie eine wirtschaftliche und stabile Serienfertigung. Bei TPE werden insbesondere Wandstärken, Entformung, Anspritzung, Trennebenen, Dichtflächen und mögliche Haftzonen betrachtet. Materialeigenschaften, Bauteilgeometrie und Werkzeugtechnik werden so aufeinander abgestimmt, dass die spätere Funktion zuverlässig erreicht werden kann. - Bemusterung und Prozessabsicherung
Nach Fertigstellung des Werkzeugs werden erste Musterteile produziert. Diese dienen zur Überprüfung von Funktion, Masshaltigkeit, Oberflächenqualität, Haptik und gegebenenfalls Haftung zwischen Hart- und Weichkomponente. Gleichzeitig werden Prozessparameter definiert und dokumentiert, um ein stabiles Prozessfenster für die Serienfertigung zu schaffen. Bei Bedarf werden Anpassungen an Werkzeug, Material oder Prozess vorgenommen. - Freigabe und Serienanlauf
Nach erfolgreicher Bemusterung erfolgt die Freigabe für die Serienproduktion. Die Fertigung wird unter stabilen Bedingungen aufgebaut und relevante Prozessparameter werden überwacht. Je nach Projektanforderung kann die Produktion unter Reinraumbedingungen erfolgen. Ziel ist eine reproduzierbare Fertigung, bei der die technischen Anforderungen des TPE-Bauteils dauerhaft eingehalten werden. - Serienbegleitung und Änderungsmanagement
Während der Serienproduktion unterstützt Mythentec bei Anpassungen, Requalifizierungen oder Änderungen. Die dokumentierte Erfassung der Fertigungsdaten ermöglicht eine nachvollziehbare Rückverfolgbarkeit und eine kontrollierte Serienbetreuung über den gesamten Produktlebenszyklus. Gerade bei TPE-Bauteilen mit Dichtfunktion, Hart-Weich-Verbindung oder regulierten Anforderungen ist diese kontinuierliche Begleitung ein wichtiger Bestandteil der Prozesssicherheit.
